Das Kulturministerium – vertreten durch die Ephorie für Altertümer der Stadt Athen – treibt die Erhaltung, Restaurierung und Vermarktung der Überreste der Athener Medrese, eines denkmalgeschützten historischen Bauwerks, sowie von Teilen der spätrömischen Stadtmauer und anderen Ruinen auf demselben Gelände voran.
Aktuell – Ziel ist die Schaffung einer organisierten und für Besucher zugänglichen archäologischen Stätte im Herzen der Athener Altstadt. Die Finanzierung des Projekts mit einem Gesamtbudget von 1.200.000 Euro erfolgt über das Regionale Operationelle Programm „Attika“ des Nationalen Strategiefonds für Finanzen und Forschung (NSRF) 2021–2027.
Kulturministerin Lina Mendoni erklärte: „Die Athener Medrese ist ein Denkmal mit einer komplexen und vielschichtigen Geschichte. Trotz ihrer Bedeutung weist sie umfangreiche bauliche Mängel, materielle Schäden sowie Schwierigkeiten bei der Vermarktung und Zugänglichkeit auf. Der gegenwärtige Zustand des Verfalls, verbunden mit Sicherheits- und Zugänglichkeitsproblemen, macht sofortige Schutz- und Restaurierungsmaßnahmen notwendig. Ihre spätere Nutzung als Gefängnis in den ersten Jahrzehnten der griechischen Staatsgründung ging mit erheblichen Eingriffen einher, die ihre ursprüngliche Architektur veränderten, ohne jedoch die Bedeutung und Dynamik des Denkmals zu schmälern. Unser Ziel ist es, die Überreste des Gebäudekomplexes hervorzuheben, um seine ursprüngliche Struktur und Funktion verständlich zu machen. Besonderer Wert wird auf die Schaffung eines umfassenden Besuchserlebnisses gelegt, das die diachrone Entwicklung der Medrese sowie ihre Koexistenz mit älteren archäologischen Überresten verdeutlicht und den Besuchern ein umfassendes Verständnis der Geschichte dieses Ortes über einen langen Zeitraum hinweg vermittelt. Die Umsetzung des Projekts wird voraussichtlich entscheidend zum Schutz und zur Förderung dieses wichtigen Denkmals im Herzen Athens beitragen.“ Schaffung einer weiteren besichtigbaren archäologischen Stätte, die den Besuchern die ununterbrochene Kontinuität der Geschichte der Hauptstadt durch alle Epochen hindurch vor Augen führen wird.
Die Ruinen des Medresenkomplexes befinden sich in der Plaka, nahe der Römischen Agora, an den Straßen Aiolou und Pelopida. Die Medrese wurde 1721 von Mehmet Fakhri erbaut und ist ein charakteristisches Beispiel osmanischer Architektur des 18. Jahrhunderts. Bis zum Beginn der Griechischen Revolution diente sie als Priesterseminar. Nach der Befreiung wurde der Komplex umfassend umgebaut, was sein Erscheinungsbild veränderte. Während der Umwandlung in ein Gefängnis wurden um 1837–1850 neue Räume und ein Stockwerk an den Ostflügel angebaut. Die Medrese diente bis etwa 1896 als Gefängnis. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Ostteil als eigenständiges Gebäude verkauft und an seiner Stelle das Lasanis-Haus errichtet, in dem sich heute das Museum für Volksmusikinstrumente befindet. Der Westteil wurde 1914 teilweise ausgegraben, wobei mehrere Teile der Medrese abgerissen wurden. Die Ausgrabung legte nördlich des Geländes einen Teil der spätrömischen Mauer frei, an die ein vertikaler Abschnitt anschließt, der das Gelände in Nord-Süd-Richtung durchquert. Heute sind Teile des Komplexes erhalten, und das Gelände dient als Lager für Inschriften und architektonische Fundstücke aus den Ausgrabungen der römischen Agora.
Der Komplex, ein herausragendes Beispiel osmanischer Architektur, präsentiert sich derzeit in einem desolaten Zustand, da die strukturellen Probleme und die umfangreichen Gebäudeschäden bisher nicht behoben wurden. Auch die Frage, wie der Komplex nutzbar und für Besucher zugänglich gemacht werden kann, ist ungeklärt. Die Architektur des Komplexes wird zusätzlich dadurch beeinträchtigt, dass die ursprüngliche Form nach dem Abriss des wichtigsten Teils des Gebäudes kaum noch erkennbar ist. Behelfsunterkünfte und die Ansammlung verschiedener architektonischer Elemente und anderer Fundstücke tragen ebenfalls zu diesem Eindruck bei. Aus Sicherheitsgründen kann der Komplex in seinem jetzigen Zustand nicht als Besucherzentrum genutzt werden; auch ein barrierefreier Zugang ist nicht möglich.
Das Projekt umfasst ein kohärentes Interventionsprogramm:
- Stabilisierungs- und Instandhaltungsarbeiten an den Ruinen mit dem Ziel, die Bauelemente zu schützen und den Verfall der Materialien zu verhindern.
- Restaurierung ausgewählter Teile, wie etwa der erhaltenen Zelle und des monumentalen Tores, die sich im 19. Jahrhundert an diesem Ort befanden, unter Berücksichtigung historischer Daten und authentischer Materialien.
- Die Stätte soll in einen besichtigbaren archäologischen Komplex umgewandelt werden, mit Rundgängen (obere Ebene, Ruinen eines Portikus, Gebetsbereich, Überreste einer spätrömischen Mauer), Aussichtspunkten auf die Ruinen der unteren Ebene und informativen Hinweisschildern.
- Die Barrierefreiheit wird durch geeignete Infrastruktur und behutsame Eingriffe in das Relief des Geländes gewährleistet. Die Fortbewegung von Menschen mit Behinderungen wird im gesamten unteren Bereich des Denkmals durch die Schaffung von Rampen an Stellen mit geringem Höhenunterschied ermöglicht.
- Die ursprüngliche Form und Funktion des Komplexes werden durch archäologische Reinigung, Teilrekonstruktionen und geeignete Bodenschichten hervorgehoben.
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Entfernung späterer Zusätze und Elemente, die das Verständnis des Denkmals erschweren. (opm)





