Naoussa: Auf den Spuren des Xinomavro – Die faszinierende Weinstraße Nordgriechenlands

Die sanften Hügel Nordgriechenlands, umgeben von Geschichte, Kultur und einer der berühmtesten Rebsorten des Landes, laden Weinliebhaber und Kulturinteressierte auf eine einzigartige Reise entlang der Weinstraße von Naoussa ein. Diese Route, die sich durch malerische Dörfer, bedeutende archäologische Stätten und eine der renommiertesten Weinregionen Griechenlands zieht, bietet Besuchern die Möglichkeit, das Herz der griechischen Weinkultur zu erleben.
Von RS-Redakteurin Claudia-Isabell Schmitz

Reisen – Unweit der pulsierenden Stadt Thessaloniki beginnt die Reise in Veria, einer Stadt mit reicher byzantinischer Geschichte. Etwa 74 Kilometer von Thessaloniki entfernt, führt die Weinstraße die Besucher zunächst in das kleine Dorf Vergina, das weltberühmt für seine archäologischen Schätze ist. Hier können die Gräber der makedonischen Könige, darunter das von Philipp II., Vater Alexanders des Großen, besichtigt werden. Das beeindruckende Museum in Vergina macht den Ort zu einem idealen Startpunkt für eine Reise, die Geschichte und Genuss verbindet.

Von Vergina führt der Weg nach Naoussa, einer Stadt, die nicht nur für ihre traditionsreiche Textilindustrie und den farbenfrohen Karneval, sondern vor allem für ihren exzellenten Wein und ihre atemberaubenden Wasserfälle bekannt ist. In der Region rund um Naoussa wird die Rebsorte Xinomavro angebaut, eine der edelsten und charakteristischsten Rotweinsorten Griechenlands. Der Wein, der hier hergestellt wird, zeichnet sich durch seine tiefe Farbe, seine komplexen Aromen und seine hervorragende Lagerfähigkeit aus. Kein Wunder, dass Weinliebhaber aus aller Welt diesen Ort auf ihrer Liste haben.

Ein besonderer Höhepunkt in Naoussa ist das Wein- und Rebenmuseum , das von der Städtischen Kulturorganisation betrieben wird. Es ist im traditionellen, restaurierten Haus von Ioannis Boutaris untergebracht, dem Gründer der gleichnamigen, renommierten Weinkellerei, die bis heute eine führende Rolle in der griechischen Weinszene spielt. Das neoklassizistische Gebäude, das 1908 als erster organisierter Weinbetrieb der Region gegründet wurde, bietet einen faszinierenden Einblick in die Weinherstellung. Vom Anbau der Reben bis zur Lagerung des Weins in Fässern können Besucher hier das gesamte traditionelle Herstellungsverfahren hautnah erleben.

Das Museum bietet nicht nur historisches Wissen, sondern auch eine wunderbare Ergänzung zur heutigen Weinkultur. Zahlreiche Weingüter in der Region öffnen ihre Türen für Besucher, die an Weinverkostungen teilnehmen und die moderne Interpretation der jahrhundertealten Weinkunst erleben möchten. Durch die Verbindung von Tradition und Moderne wird die Weinstraße von Naoussa zu einem unvergleichlichen Erlebnis.

Die Weinstraße bietet nicht nur die Gelegenheit, hervorragenden Wein zu probieren, sondern auch ein vielfältiges touristisches Angebot. Zahlreiche charmante Gästehäuser, Restaurants, die lokalen Spezialitäten servieren, und Werkstätten, die handwerkliche Produkte herstellen, laden zum Verweilen ein. Besucher können hier das authentische Leben in Nordgriechenland entdecken und alternative Freizeitaktivitäten wie Wanderungen, Besuche in Skizentren oder Erkundungstouren zu den vielen Sehenswürdigkeiten der Region unternehmen.

Ein Muss auf der Route sind auch die beeindruckenden Natur- und Kulturstätten in der Umgebung. Der berühmte Arapitsa-Wasserfall, der idyllische Erholungspark Agios Nikolaos, das Skizentrum Tria Pente Pigadia sowie die antike Stätte Mieza, wo Aristoteles einst Alexander den Großen unterrichtete, sind nur einige der Highlights.

Neben dem Weinerlebnis bietet die Region Naoussa eine reiche historische und kulturelle Landschaft. Besucher sollten sich Zeit nehmen, die makedonischen Gräber in Lefkadia zu besichtigen oder durch die byzantinischen Kirchen von Veria zu schlendern. In Naoussa selbst erinnert der Volkspark an die bewegte Geschichte der Region, während der Stoubanoi-Wasserfall Naturliebhaber verzaubert. Auch die tragische Geschichte der Frauen von Naoussa, die sich 1822 in den Arapitsa-Fluss stürzten, um der Eroberung zu entgehen, wird in der Stadt eindrucksvoll erinnert. (cs)

Foto: Jill Wellington/Pixabay

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