Nachhaltig reisen in den Bayerischen Wald – Urlaub auf dem „Grünen Dach Europas“

Aus Liebe zur Natur den ökologischen Fußabdruck verkleinern – Naturbewusste suchen Ziele, wo sichtbare Zeichen für einen nachhaltigen Lebensraum gesetzt werden. Kraft aus der Natur des ältesten Nationalparks Deutschlands tanken, nachhaltig auf Schritt und Tritt unterwegs sein, zugreifen bei regionalen Köstlichkeiten, eintauchen in typische Kulturerlebnisse: Der Bayerische Wald hat sich ganz dem sanften Tourismus und einer nachhaltigen Lebensweise verschrieben.

Deutschland/Bayern – Der älteste deutsche Nationalpark besteht seit 1970. Seit 53 Jahren ist er ein Musterbeispiel für eine an ökologischen Prinzipien ausgerichtete Region, die aber offen für Urlauber und Besucher ist. Heute erstreckt sich das Naturwaldreservat auf fast 250 Quadratkilometern und ist Heimat für viele vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten. In dieser geschützten Region geht Urlaub nur im Einklang von Natur und Tourismus: Mobil unterwegs ist man mit Waldbahn und Igelbussen, übernachten kann man bei den Nationalparkpartner-Betrieben, die für Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Ressourcenmanagement stehen. Lernen wird man von der wilden Waldnatur, die nach dem Motto „Natur Natur sein lassen“ zu einem beeindruckenden, neuen Urwald heranwachsen darf. Zur Tierwelt gehören beispielsweise Luchs, Auerhuhn oder Habichtskauz. Es blühen Ungarischer Enzian, Siebenstern oder Alpenrose und im Schatten der Urwaldbäume brillieren 2.000 Pilzarten wie die Zitronengelbe Tramete, der Rosenduft-Feuerschwamm oder der Bleiche Schüppling.

Urlauben auf dem „Grünen Dach Europas“

Mit 6.000 Quadratkilometern ist der Bayerische Wald die größte Waldlandschaft Mitteleuropas. Ein Nationalpark und zwei Naturparke bieten jede Menge natürlicher Sehenswürdigkeiten. Eine wesentliche Grundlage für einen naturnahen Urlaub ist ein respektvoller Umgang mit der Natur durch alle Beteiligten. Die zwei Naturparke Bayerischer Wald und Oberer Bayerischer Wald überdecken nahezu die gesamte Fläche des Mittelgebirges. Anders als im Nationalpark, schützt und nutzt man die Natur- und Kulturlandschaft. So fördert man etwa den Ökoanbau und die Vermarktung regionaler Produkte. Unter LandGenuss Bayerwald garantieren Gastronomen und Landwirte die Herstellung und Verwendung von hochwertigen und wohlschmeckenden Produkten des Bayerwaldes. Im Regionalen Schaufenster in Zwiesel findet man beste Schmankerl und Produkte aus kleinen Hofläden und traditionellen Familienbetrieben unter einem Dach. Dazu gehören Süßes, Destilliertes, Gebrautes, Deftiges, Gläsernes; alles aus dem Woid, wie Einheimische ihren Bayerischen Wald nennen.

Umweltfreundlich und kostengünstig durch den Bayerischen Wald

Ein nachhaltiger Urlaub beginnt bei der Anreise. Die Infrastruktur ist durch eine Anbindung mit der Waldbahn, der Ilztalbahn und der Oberpfalzbahn an das Fernstreckennetz auf eine umweltfreundliche Anreise ausgerichtet. Innerhalb des Nationalparks können sich die Gäste nachhaltig und eng getaktet im Igelbussystem bewegen. Die Waldbahn mit ihrem Knotenpunkt in Zwiesel verbindet Plattling mit Bayerisch Eisenstein, Grafenau und Bodenmais. An Wochenenden und Feiertagen ermöglicht die Ilztalbahn in der Sommersaison eine schnelle Anreise aus Passau. Zahlreiche Gemeinden bieten das Gästeservice Umweltticket (GUTi), eine Gästekarte und Fahrschein in einem. Mit ihr können die Gäste die Umweltregion des Bayerischen Waldes mit Bussen und Bahnen kostenlos erkunden und genießen. Das GUTi wurde bereits mit dem Fahrtziel Natur Award für nachhaltige Tourismusgebiete, die auf nachhaltige Mobilität setzen, ausgezeichnet. Alternativ steht Urlaubern mit dem Bayerwald-Ticket eine ganztägig gültige Fahrkarte im Geltungsbereich zur Verfügung.

Nachhaltig Wohnen in natürlicher Umgebung

Nach der umweltbewussten Reise durch das Waldgebirge des Bayerischen Waldes wartet ein großes Angebot an nachhaltigen Unterkünften auf die Urlauber*innen. Es gibt keinen weißen Flecken auf der Landkarte – die Bandbreite der Unterkünfte reicht von Hotels und Pensionen bis hin zu Ferienwohnungen und -häusern. Urlaub auf dem Bauernhof ist besonders bei Familien beliebt. Vor Ort können die Gäste sich umfassend über die Formen der Direktvermarktung und der Erzeugung von Lebensmitteln informieren. Die umweltbewussten Unterkünfte sind prämiert, zu den Zertifikaten gehören die Green-Sign- oder Viabono-Zertifizierung, der Umwelt- und Klimapakt Bayern oder die Nationalparkpartner. https://www.bayerischer-wald.de/urlaub/nachhaltiger-urlaub

Wandern in grenzenloser Natur – nachhaltig auf Schritt und Tritt

Wer zu Fuß unterwegs ist, sieht mehr, hört mehr und riecht mehr. Nicht zuletzt schmeckt er auch mehr, denn im Sommer, wenn Schwarzbeerzeit ist, wandern die süßen Früchtchen quasi im Vorbeigehen direkt in den Mund. Hunderte Kilometer Wanderwege durchziehen das grüne Waldgebirge. 130 Berge, höher als 1.000 Meter können erobert werden. Ein besonderes Abenteuer ist die Wanderung „An einem Tag über acht Tausender“. Das Ziel ist der Arber, der höchste Gipfel des Bayerischen Waldes. Die Tour verläuft auf dem Goldsteig, einem Weitwanderweg, der insgesamt 2.200 Wanderkilometer bietet. Aktivurlauber erleben im Bayerischen Wald naturbelassene Urwälder, eiszeitliche Seen, Flüsse und Hochmoore. Wer zu Tageswanderungen unterwegs ist, nutzt die Waldbahn oder die Regionalbusse, um zum Startort zurückzukommen. Für Familien mit Kindern gibt es eine Auswahl an extra für sie konzipierten Touren.

Vielfalt und Einzigartigkeit nebeneinander

Zur einzigartigen Natur des Bayerischen Waldes gehören auch die unter Schutz stehenden Naturdenkmäler wie der Wackelstein in Saldenburg, der Große Pfahl bei Viechtach oder der Hans-Watzlik-Hain bei Lindberg. Sie sind Beispiele für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur, denn sie haben sich über Jahrhunderte zu dem entwickelt, was sie heute sind. Ein bewusster und verantwortungsvoller Umgang mit der Natur ist seit jeher eine Grundfeste im Bayerischen Wald. Informationen über die Vielfalt und Einzigartigkeit des Bayerwaldes nach den Prinzipien der Nachhaltigkeit bieten auch die diversen Umweltstationen und Naturpark-Infostellen wie die Naturparkwelten in Bayerisch Eisenstein, das Haus am Strom in Untergriesbach oder auch das LBV-Zentrum „Mensch und Natur“ in Arnschwang.

Kostenlose Kataloge und Urlaubsinformationen: www.bayerischer-wald.de (opm)

Foto: Tourismusverband Ostbayern e.V./Thomas Kujat