Lina Mendoni: „Wir schaffen die neue Generation von Kunsthandwerkern mit professioneller Zertifizierung, Unternehmergeist und internationaler Vernetzung.“

Kulturministerin Lina Mendoni eröffnete die Internationale Konferenz zum Thema „Griechisches Kunsthandwerk: Zeitgenössische Trends und Perspektiven“. Die Konferenz wurde vom Kulturministerium in Zusammenarbeit mit der Universität Westattika, der Universität Westmakedonien und der Universität Thessalien vom 16. bis 18. April im Akropolpalast veranstaltet.

Aktuell – Sie markiert den Abschluss des Strategischen Renaissance-Programms für griechisches Kunsthandwerk des Kulturministeriums mit dem Titel „Bildungsprogramm zur Entwicklung handwerksbezogener Fertigkeiten“. Das Programm wurde mit Mitteln des Wiederaufbaufonds umgesetzt und schuf landesweit 19 Einrichtungen zur Förderung des Kunsthandwerks. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen die Zukunftsperspektiven des griechischen Kunsthandwerks, die nachhaltige Entwicklung des Sektors und seine Integration in das zeitgenössische kulturelle und wirtschaftliche Leben. Gleichzeitig werden aktuelle internationale Trends und Praktiken beleuchtet. Namhafte Vertreter der Wissenschaft aus Griechenland und dem Ausland nehmen teil.

Lina Mendoni erklärte bei der Eröffnung der Konferenz: „Die Wiederbelebung des griechischen Handwerks ist seit 2019 eine strategische politische Priorität des Kulturministeriums. Es geht nicht nur um den Erhalt des immateriellen Kulturerbes, eines unschätzbaren Kapitals, sondern auch um dessen Transformation in ein modernes Entwicklungsmodell, das auf traditionellen Praktiken basiert und so zu einem Motor für Entwicklung, Beschäftigung und die Revitalisierung der griechischen Region wird. Die Wiederbelebung des griechischen Handwerks birgt ein enormes, gerade erst erschlossenes Potenzial. Es geht um die Rettung und Weitergabe eines immensen kulturellen Kapitals an die jüngeren Generationen, das in jahrhundertealten Praktiken verankert ist und durch technologischen Fortschritt und neue Techniken vom Aussterben bedroht wird. Handwerk war über Jahrhunderte hinweg eine Möglichkeit zum Überleben und zum ästhetischen Ausdruck. Unser Ziel ist es heute, ein nachhaltiges Entwicklungsmodell und eine Wirtschaftsförderung für den Sektor zu schaffen, eine neue Generation von Handwerkern durch professionelle Ausbildung, Zertifizierung, Unternehmensberatung, internationale Vernetzung und die Stärkung ähnlicher Kleinbetriebe. In diesem Kontext und mit den finanziellen Mitteln des Wiederaufbaufonds hat das Kulturministerium Pilotprogramme für die Textilbranche gefördert.“ Die Bereiche Keramik und Holzverarbeitung, die sich in der Fertigstellungsphase befinden, wurden abgeschlossen. Anschließend wurden programmatische Verträge zur kulturellen Entwicklung mit den Universitäten von Westattika, Westmakedonien und Thessalien über Pilotstudiengänge mit einer Gesamtdauer von vier Semestern unter der Aufsicht der Zentren für Lebenslanges Lernen der beteiligten Universitäten geschlossen.

Die Programme umfassten insgesamt 260 Stunden und behandelten die drei oben genannten Handwerkszweige. Sie fanden in 19 Ausbildungsstätten in ganz Griechenland statt, in Regionen mit entsprechender Handwerkstradition. Gleichzeitig konzentrierten wir uns auf die Erforschung der Wertschöpfungsketten der drei traditionellen Rohstoffe Wolle, Holz und Ton, deren Verwendung Jahrtausende zurückreicht. Das Ausbildungsprogramm befindet sich in der Endphase, wird aber bereits evaluiert, und die nächsten Schritte für seine Fortführung werden geplant. Wir wünschen uns die Fortsetzung des Programms, da es den Kern der Wiederbelebung des griechischen Handwerks bildet, damit die aktuellen Teilnehmer den nächsten Schritt gehen und eine Anstellung in verwandten Branchen finden oder, noch besser, ein eigenes Unternehmen gründen können.

Der erste Konferenztag schloss mit der Eröffnung der Gruppenausstellung der Absolventen von 19 handwerklichen Ausbildungseinrichtungen durch den Kulturminister. 208 Absolventen präsentieren ihre Web-, Keramik- und Holzarbeiten, die im Rahmen der von den Zentren für Lebenslanges Lernen der drei Universitäten durchgeführten Bildungsprogramme (November 2024 – Dezember 2025) entstanden sind.

Die Konferenz wird noch zwei Tage fortgesetzt. Dabei werden Themen wie die Kartierung und Analyse von Rohstoffwertschöpfungsketten im Kunsthandwerk, bewährte Verfahren und internationale Erfahrungen, die vielfältigen Dimensionen des Kunsthandwerks, Museen, Sammlungen und Kunsthandwerk, Unternehmermodelle sowie Herausforderungen und Perspektiven für die Nachhaltigkeit des Sektors vorgestellt und diskutiert.

An der Konferenz nahmen Vertreter wichtiger internationaler Institutionen teil, darunter Laura Miguel Baumann (Generalsekretärin der Europäischen Handwerksallianz), Elisa Guidi (Generalkoordinatorin des Artex-Projekts – Zentrum für Kunsthandwerk und traditionelles Handwerk der Toskana) und M. Anaxagora, Leiter des zyprischen Handwerksdienstes im stellvertretenden Kulturministerium Zyperns. Grußworte sprachen Ch. Billinis, Rektor der Universität Thessalien, und P. Kaldis, Rektor der Universität Westattika. Anwesend waren außerdem der stellvertretende Kulturminister I. Fotilas, der Generaldirektor für Altertümer und Kulturerbe Ol. Vikatou und G. Papageorgiou, Generaldirektor des stellvertretenden Kulturministeriums Zyperns. (opm)

Foto: Griechisches Kulturministerium