„Die kulturellen Beziehungen zwischen Griechenland und Georgien haben tiefe historische Wurzeln und vielversprechende Zukunftsperspektiven“, sagte Kulturministerin Lina Mendoni bei der Begrüßung ihrer georgischen Amtskollegin, Kulturministerin Tinatin Rukhadze, im Akropolismuseum.
Athen – Im anschließenden Arbeitstreffen erörterten die beiden Ministerinnen die bilaterale Zusammenarbeit im Kulturbereich und die nächsten Schritte. Sie bekräftigten, dass die beiden Völker durch eine lange Tradition gemeinsamer kultureller Beziehungen verbunden sind.
Byzanz und die Orthodoxie nehmen in diesem gemeinsamen historischen Erbe einen wichtigen Platz ein. Vor diesem Hintergrund wurde vereinbart, die Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Kulturinstitutionen beider Länder zu intensivieren: auf griechischer Seite das Byzantinische und Christliche Museum Athen, das Museum für Byzantinische Kultur Thessaloniki und das Europäische Zentrum für Byzantinische und Nachbyzantinische Denkmäler (EKBMM); auf georgischer Seite das Institut für Klassische, Byzantinische und Neugriechische Studien der Staatlichen Universität Tiflis. Ziel ist unter anderem die Organisation einer gemeinsamen Ausstellung byzantinischer Handschriften in Athen, die aus den Heiligen Klöstern des Athos und dem Nationalen Handschriftenzentrum Georgiens stammen.
Die beiden Minister sprachen auch über den Ausbau der archäologischen Zusammenarbeit zwischen den Nationalen Archäologischen Museen beider Länder sowie über die Unterstützung von Ausgrabungen zur gemeinsamen Geschichte durch die Kulturministerien und Universitäten beider Länder. Besonders hervorgehoben wurden die Ausgrabungen von Professor Wachtang Litcheli zur Lokalisierung der antiken griechischen Kolonie Phasis im heutigen Poti an der Schwarzmeerküste.
Im Bereich der zeitgenössischen Kultur betonte Lina Mendoni die Bedeutung des bidirektionalen Übersetzungsprozesses literarischer Werke und die Nutzung des GreekLit-Programms der Hellenischen Buch- und Kulturstiftung zur Förderung griechischer Literatur im Ausland. Frau Rukhadze schlug ihrerseits eine Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Musik, Theater und Film vor.
Die beiden Minister vereinbarten außerdem, ihre Zusammenarbeit im Rahmen der UNESCO und des Europarats, insbesondere im Bereich der Kulturrouten, zu intensivieren. Sie beteiligen sich gemeinsam an fünf dieser Routen. Im Zusammenhang mit der Weinstraße Iter Vitis wurde die Möglichkeit einer Kooperation zwischen dem Archäologischen Museum Thessaloniki und dem Nationalmuseum Georgiens erörtert. Lina Mendoni merkte an, dass dem Generaldirektor des Nationalmuseums, dem renommierten Archäologen David Lordkipanidze, in Kürze eine Einladung zu einem Besuch in Griechenland zugesandt werde.
Der georgische Kulturminister lud seinerseits Lina Mendoni zu einem offiziellen Besuch in Georgien in naher Zukunft ein, um ein bilaterales Kooperationsmemorandum im Bereich Kultur zu unterzeichnen, das alle zuvor genannten Bereiche umfassen soll.
Nach dem Treffen wurde Tinatim Rukhadze von Generaldirektor Nikos Stampolidis durch das Akropolismuseum geführt. (opm)





