Innovation trifft Tradition: Der Flughafen Athen im Wandel

Inmitten der sanften Hügel von Spata, etwa 25 Kilometer östlich des pulsierenden Zentrums von Athen, erhebt sich der Flughafen Athen-Eleftherios Venizelos als modernes Tor zur Welt.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris

Aktuell/Wirtschaft – Seit seiner Eröffnung im März 2001 hat sich dieser Flughafen nicht nur als größter und bedeutendster des Landes etabliert, sondern auch als lebendiges Symbol für Griechenlands Fortschritt und seine tiefe Verwurzelung in der Geschichte.​

Foto: Hellas-Bote

Benannt nach Eleftherios Venizelos, dem visionären Ministerpräsidenten, der zwischen 1864 und 1936 lebte und als Wegbereiter der griechischen Luftfahrt gilt, verbindet der Flughafen heute Tradition mit Moderne. Seine strategische Lage macht ihn zum idealen Knotenpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika, wobei er insbesondere als Drehkreuz für Aegean Airlines fungiert.​

Die Anbindung an den Flughafen ist vielfältig und effizient gestaltet. Die Linie 3 der Athener Metro führt direkt zur Endhaltestelle „Airport“ und verbindet Reisende mit zentralen Knotenpunkten wie Syntagma und Monastiraki sowie dem Hafen von Piräus. Ergänzt wird dies durch den Vorortzug Proastiakos, der das Stadtgebiet Athens erschließt, sowie durch mehrere Express- und Regionalbuslinien, die eine nahtlose Verbindung zwischen Stadt und Flughafen gewährleisten. Für Autofahrer bietet die mautpflichtige Autobahn Attiki Odos (A6) eine schnelle Zufahrt, während alternative Routen ohne Mautgebühren ebenfalls zur Verfügung stehen.​

Foto: Hellas-Bote

Die Entstehungsgeschichte des Flughafens ist ein Zeugnis für ambitionierte Infrastrukturprojekte. Nachdem der alte Flughafen Athen-Ellinikon den steigenden Anforderungen nicht mehr gewachsen war, fiel die Wahl auf das Gebiet von Spata für den Neubau. 1995 wurde der Bauauftrag an ein Konsortium unter der Leitung der deutschen Hochtief AG vergeben, was den Beginn des größten Infrastrukturprojekts in der modernen Geschichte Griechenlands markierte. Mit Kosten von knapp über zwei Milliarden Euro und als Paradebeispiel für öffentlich-private Partnerschaften setzte der Flughafen neue Maßstäbe in der internationalen Flughafenentwicklung.​

Besonders bemerkenswert ist die Umsiedlung der byzantinischen Kapelle St. Peter und Paul um 350 Meter, um Platz für die westliche Landebahn zu schaffen. Diese Aktion ermöglichte zugleich archäologische Ausgrabungen unter der Kirche, deren Funde heute in einem kleinen Museum auf dem Flughafengelände bewundert werden können. Zudem ziert eine der letzten Skulpturen des renommierten Künstlers George Zongolopoulos den Außenbereich und verbindet so Kunst mit Architektur.​

In den letzten Jahren hat der Flughafen bedeutende Schritte in Richtung Nachhaltigkeit unternommen. Im September 2011 wurde eine Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 8,05 Megawatt in Betrieb genommen, die ein Drittel des Stromverbrauchs decken sollte. Dieser grüne Weg wurde im April 2023 fortgesetzt, als eine weitere Anlage installiert wurde, die nun 45 Prozent des Energiebedarfs abdeckt. Das ehrgeizige Ziel: Bis 2025 den gesamten Betrieb mit erneuerbaren Energien zu versorgen.​

Trotz seiner ursprünglichen Kapazität von 26 Millionen Passagieren verzeichnete der Flughafen im vergangenen Jahr beeindruckende 28,2 Millionen Reisende. Um diesem Wachstum gerecht zu werden, sind umfangreiche Ausbaupläne in drei Phasen vorgesehen. Die erste Phase, die bereits im Gange ist, umfasst die Erweiterung der Terminalfläche um 81.000 Quadratmeter, neue Boarding-Bereiche und zusätzliche Check-in-Schalter. Zukünftige Phasen sehen weitere Terminalerweiterungen und zusätzliche Abstellpositionen für Flugzeuge vor, um bis 2045 eine Kapazität von 50 Millionen Passagieren zu erreichen.​ (pv)

Foto: Hellas-Bote

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