Griechisch kochen: Eintopf mit Hühnchen & Kolokási

Dort, wo Kartoffeln nicht ausreichend gedeihen, zählt die Kolokási (Südzypern) oder Kolokaz (Nordzypern) zu den Grundnahrungsmitteln. Bekannt ist die Knolle auch unter dem Namen Taro – die Bezeichnung hat sich international durchgesetzt.

Leider wird dieses Gemüse auf Zypern immer stärker durch die Kartoffel verdrängt, es lohnt sich aber ein Blick in die Töpfe der Einheimischen.

ZUTATEN (Für 2 Personen)

800 g Hühnchen mit Knochen
800 g Kolokási (Taro)
Die Knollen sind in Asia-Shops erhältlich.
2 Tomaten
2 Zwiebeln
4 Stangen Staudensellerie
½ Zitrone
1 Baguette
4 EL Tomatenmark
1 Handvoll glatte Petersilie
½ – 1 TL Gemüsebrühe (Pulver)
Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zunächst die Kolokási zubereiten. Ganz wichtig ist dabei, dass die Knollen, die zur Familie der Aronstabgewächse zählen, nicht gewaschen, sondern nur geschält werden. Gereinigt werden sie (wenn es sein muss) mit einem feuchten Tuch. Ebenfalls durchschneiden kann man die Knolle nicht, aus der dann sofort ein seifenartiger Schleim austritt. Man schneidet die Knolle mit einem scharfen Messer nur ein kleines Stück ein und bricht dieses dann ab.

In einem großen Topf dann etwas Olivenöl erhitzen, das Hühnchen pfeffern sowie salzen und kräftig von allen Seiten anbraten. Dann zur Seite stellen. Die Sellerie von den festen Fasern reinigen und in grobe Stücke schneiden. Die Petersilie hacken, die Zwiebeln in halbe Scheiben und die Tomaten in mundgerechte Stücke schneiden.

Im bereits genutzten Topf zunächst die Zwiebeln glasig andünsten und dann die Kolokási sowie die Staudensellerie hinzugeben. Gut umrühren und 5 Minuten anbraten lassen (die Kolokási benötigt mehr Zeit zum Garen als Kartoffeln). Dann auch die Tomaten, die Petersilie, das Tomatenmark sowie die Gemüsebrühe unterrühren – und das Hühnchen wieder hinzugeben (evtl. nochmals salzen, pfeffern und einen weiteren, kleinen Schuss Olivenöl nicht vergessen). Das Fleisch mit dem Mix bedecken und bei geringer Temperatur langsam köcheln. Je nach Größe der Kolokási-Knollen kann das durchaus bis zu einer Stunde dauern. Es lohnt sich aber zwischendurch die Konsistenz zu prüfen, die im fertigen Zustand an eine Esskastanie erinnert.

Dazu gibt es bei diesem zypriotischen Hähncheneintopf ein frisches Baguette für den kraftvollen Sud. Guten Appetit! (sp)


Gerade in der Karibik und in Afrika wird die Kolokási als bedeutendste Kulturpflanze der Tropen gehandelt und deckt einen großen Teil der verschiedenen Rezepte ab. Die Knolle, die auch auf Zypern angebaut wird, kann bis zu einer Steckrübe groß werden. Sie wird außen geschützt von einer rauen Schale und vor allen Dingen ist sie im rohen Zustand giftig. Auch die Blätter (die als Elefantenohren bezeichnet werden) sind essbar, ist die Kolokási doch reich an Vitamin C und Provitamin A. Wichtig ist aber die Zubereitung, denn im rohen Zustand enthält die Kolokási Calciumoxalat und schleimhautreizende Kristalle. Diese lösen sich beim Kochen auf, danach kann die Knolle sogar frittiert oder gebacken werden.

Von HB-Redakteurin und Food-Bloggerin Sofia Papadopoulou

Foto: Hellas-Bote