In Griechenland gibt es zahlreiche Aberglauben, die tief in der Kultur verankert sind und auch heute noch das tägliche Leben vieler Menschen prägen. Diese Bräuche reichen von kleinen Gesten bis hin zu ausgefeilten Ritualen, um das eigene Glück zu wahren oder Unglück zu vermeiden.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou
Geschichte & Kultur – Ob es sich um Liebe, Freundschaften oder das Vertreiben von bösen Kräften handelt – Griechen haben für alles eine symbolische Handlung parat.
Salz streuen, um unerwünschte Gäste zu vertreiben: In der griechischen Kultur spielt Salz eine besondere Rolle. Wenn man unerwünschte Gäste „loswerden“ möchte, streut man einfach einen Prise Salz hinter ihnen aus, um sie wortwörtlich aus dem Haus zu „verjagen“. Außerdem wird Salz oft beim Einzug in ein neues Zuhause gestreut, um böse Geister fernzuhalten.
Der Fluch der schwarzen Katze: Läuft Ihnen eine schwarze Katze über den Weg, sollten Sie sich auf einen schwierigen Tag einstellen. Viele Griechen glauben, dass dies ein Vorbote von Unglück ist. Um das Böse abzuwenden, flüstern sie ein dreifaches „ftou ftou ftou“ und hoffen, damit das Pech abzuwenden.
Niemals mit Kaffee anstoßen: Während man in Griechenland gerne mit Wein, Ouzo oder Tsipouro anstößt, ist es ein absolutes Tabu dies mit einer Tasse Kaffee zu tun. Ein „Prost“ mit Kaffee bringt nach alter Überlieferung Unglück. Kaffee bleibt auch ein stiller Genuss, der nicht in die Welt der Trinksprüche gehört.
Der böse Blick – „Mati“: Einer der bekanntesten Aberglauben Griechenlands ist der Glaube an den „bösen Blick“ oder „Mati“. Wer mit intensiver Neid oder Eifersucht angestarrt wird, könnte diesen Fluch auf sich ziehen. Die Folge ist ein Gefühl von Unwohlsein, das oft mit Krankheit oder Pech verbunden wird. Um sich zu schützen, tragen viele Griechen einen blauen Talisman, den sogenannten „Mataki“.

Das Geheimnis des Niesens: Niesen wird in Griechenland als Zeichen dafür gedeutet, dass jemand über einen spricht. Um herauszufinden wer das ist, kann man jemanden bitten eine dreistellige Zahl zu nennen. Durch das Addieren der Ziffern gelangt man zu einem Buchstaben im Alphabet, der den Namen desjenigen enthüllt, der gerade über einen spricht.
„Piase kokkino“ – Berühr das Rote: Wenn zwei Personen gleichzeitig dasselbe sagen, gilt das als böses Omen. Um Streit und Missverständnisse zu vermeiden, sollen beide sofort etwas Rotes berühren und dabei „piase kokkino“ sagen. Auf diese Weise wird das schlechte Schicksal abgewendet.
Dragees unter dem Kopfkissen: Ein sehr romantischer Aberglaube in Griechenland besagt, dass alleinstehende Menschen die Bonbons, die sie bei einer Hochzeit bekommen, unter ihr Kopfkissen legen sollten. In der Nacht werden sie dann von der Person träumen, die sie in der Zukunft heiraten werden.
Ein Messer bringt Unglück: Das Verschenken eines Messers gilt als schweres Unglück und sollte unbedingt vermieden werden. Anstatt das Messer direkt zu übergeben, legen viele Griechen es lieber auf den Tisch, damit der andere es selbst aufnimmt. So wird der Fluch umgangen, der sonst die Freundschaft schädigen könnte.
Spucken für Glück und Schutz: Spucken als Glücksbringer? In Griechenland ist das tatsächlich eine weit verbreitete Tradition. Um den bösen Blick oder das Unglück abzuwehren, spucken die Griechen dreimal in Richtung der Person und sagen dabei „ftou ftou ftou“. Diese Geste ist jedoch eher symbolisch und kein echtes Spucken.
Rechte Hand juckt? Geld kommt!:Der Juckreiz an der rechten Hand wird in Griechenland als Zeichen für bevorstehenden finanziellen Gewinn gedeutet. Auch wenn man keine konkrete Erwartung hat, so verspricht diese Aberglaube zumindest eine angenehme Überraschung.
Vorsicht bei Parfümgeschenken: Das Verschenken von Parfüm gilt in Griechenland als gefährlich für jede Beziehung. Es wird angenommen, dass es Freundschaften oder Liebesbeziehungen zerstört. Sollte Ihnen dennoch Parfüm geschenkt werden, können Sie das Unglück abwenden, indem Sie dem Schenkenden symbolisch eine Münze geben.
Betreten eines neuen Hauses mit dem rechten Fuß: Ein besonders schöner Brauch: Wenn Sie ein neues Haus betreten sollten Sie darauf achten dies mit dem rechten Fuß zu tun. So sichern Sie sich Glück und Wohlstand in Ihrem neuen Zuhause – ein Ritual, das auch an Silvester für ein glückliches neues Jahr durchgeführt wird.
Linke Hand juckt? Geld geht weg: Während der Juckreiz in der rechten Hand als Vorzeichen für finanzielles Zuwachs gilt, bedeutet ein Jucken in der linken Hand das Gegenteil: Sie werden bald Geld ausgeben müssen, ob Sie wollen oder nicht.
Die griechische Kultur ist voll von kleinen, aber bedeutsamen Aberglauben, die auch heute noch von vielen Menschen respektiert und beachtet werden. Sie bieten einen faszinierenden Einblick in die reiche Tradition und den Glauben an das Übernatürliche, der tief in der griechischen Gesellschaft verankert ist. (mv)




