Kulturministerin Lina Mendoni sprach gestern bei der Feier zum ersten Jahrestag des Internationalen Tages der griechischen Sprache im UNESCO-Hauptquartier.
Aktuell – Der 9. Februar, der Nationaldichter Dionysios Solomos gewidmet ist, wurde durch einstimmigen Beschluss der 90 UNESCO-Mitgliedstaaten zum Internationalen Tag der griechischen Sprache erklärt und stellt damit eine historische Anerkennung der griechischen Sprache als Grundlage der Weltzivilisation dar.
Im Anschluss daran hat die Kulturministerin im Rahmen der offiziellen Feierlichkeiten zum ersten Jahrestag im Maison de l’UNESCO in Anwesenheit von UNESCO-Generaldirektor Khaled El Enani die Ausstellung des Kulturministeriums „Sie gaben mir Griechisch als meine Sprache“ eröffnet. Die Ausstellung beleuchtet die jahrhundertealte Kontinuität und den Reichtum der griechischen Sprache. Anhand kurzer Textbeispiele, reichhaltigem Bildmaterial und originalgetreuen Kopien emblematischer Denkmäler der altgriechischen Schrift wird die griechische Sprache – die älteste lebende Sprache Europas – in den Mittelpunkt gerückt.
Besuch der französischen Nationalbibliothek
Kulturministerin Lina Mendoni traf sich zu einem Arbeitsgespräch mit Gilles Pécout, dem Präsidenten der französischen Nationalbibliothek. Nach einer Führung durch das historische Richelieu-Gebäude, in dem die Spezialsammlungen der Bibliothek mit über 20 Millionen Dokumenten – Manuskripten, Zeichnungen, Stichen, Fotografien, Karten, Münzen, Medaillen, Antiquitäten und Schmuck – untergebracht sind, betonte Pécout die institutionelle Rolle der Nationalbibliothek als zentrale Einrichtung für internationale Zusammenarbeit und die Entwicklung kulturdiplomatischer Initiativen.
Die beiden Gesprächspartner hoben die Möglichkeiten zur Entwicklung von Partnerschaften zwischen den Nationalbibliotheken und Kulturinstitutionen beider Länder hervor, insbesondere durch den Austausch von Forschern und Digitalisierungs-Know-how sowie durch weitere gemeinsame Projekte. Lina Mendoni betonte die generelle Bedeutung der engen Zusammenarbeit zwischen Griechenland und Frankreich im Bereich Bibliotheken, Archive und Kulturdiplomatie sowie die Kooperation mit der Französischen Archäologischen Schule Athen, die neben ihrer Archäologischen Bibliothek über ein außergewöhnlich reichhaltiges, drei Jahrhunderte umfassendes Archiv für die archäologische Forschung in Griechenland verfügt. Erörtert wurde die Möglichkeit, im Richelieu-Gebäude eine Ausstellung zum Briefwechsel von Émile Zola und Ioannis Psycharis zu organisieren, der den gesamteuropäischen Geist und die europäischen Werte zeugt. Dieser symbolträchtige Briefwechsel könnte Teil des Kulturprogramms der griechischen EU-Ratspräsidentschaft 2027 werden.
Das Treffen unterstrich nicht nur die Bedeutung der Sammlungen und des historischen Erbes der französischen Nationalbibliothek, sondern auch den Willen beider Länder zu einer aktiven, strategischen Zusammenarbeit auf diesem Gebiet, um nicht nur ihre Beziehungen im Kulturbereich zu stärken, sondern auch die gemeinsame Förderung des europäischen Kulturerbes voranzutreiben.
Die Kulturministerin wurde bei ihrem Besuch in der Nationalbibliothek Frankreichs vom Ständigen Vertreter Griechenlands bei der UNESCO, Botschafter Giorgos Koumoutsakos, begleitet. (opm)





