Nordwestlich von Korfu, am Rande des griechischen Territoriums, erhebt sich eine Gruppe von Inseln aus dem tiefblauen Ionischen Meer – die Diapontischen Inseln. Diese wenig bekannten Eilande, bestehend aus Othoni, Erikoussa und Mathraki, bieten eine Oase der Ruhe und Authentizität abseits der ausgetretenen Touristenpfade.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos
Reisen – Othoni, die größte der Diapontischen Inseln, liegt mit ihrem höchsten Punkt, dem 393 Meter hohen Merovigli, majestätisch aus dem Meer empor. Die Legende nach soll Odysseus hier von der Nymphe Kalypso sieben Jahre lang festgehalten worden sein, bevor er seine Heimreise fortsetzte. Die sogenannte Kalypso-Höhle ist ein beliebtes Ziel für Wanderer, die die Verbindung von Mythos und Natur erleben möchten. Die von der Insel kontrollierten Gewässer dienen einst als strategisch bedeutender Knotenpunkt für Seefahrer und Handelsschiffe, die das Ionische Meer durchquerten. Heute sind sie ein Paradies für Taucher und Segler, die die unberührte Unterwasserwelt und die abgeschiedenen Buchten erkunden möchten.
Erikoussa, die nördlichste bewohnte Insel Griechenlands, verdankt ihren Namen dem Heidekraut „Reiki“, das im Herbst die Landschaft in ein lilafarbenes Blütenmeer verwandelt. Mit einer Fläche von etwa 4,5 Quadratkilometern und einer Bevölkerung von knapp 100 Einwohnern bietet die Insel eine friedliche Rückzugsmöglichkeit für diejenigen, die dem Trubel entfliehen möchten. Die beiden Hauptstrände, Porto und Bragini, zeichnen sich durch goldenen Sand und kristallklares Wasser aus, ideal zum Schwimmen und Entspannen. Wanderwege führen durch dichte Olivenhaine und bieten Einblicke in die unberührte Natur der Insel.
Mathraki, die kleinste der drei bewohnten Inseln, besticht durch ihre üppige Vegetation und die Nähe zum albanischen Festland. Die sanften Hügel und idyllischen Strände laden zum Verweilen ein. Besonders beeindruckend ist der Blick von den höheren Punkten der Insel, der einen Panoramablick auf die albanische Küste ermöglicht. Die wenigen Bewohner leben hauptsächlich vom Fischfang und der Landwirtschaft, was der Insel einen authentischen und makellosen Charakter verleiht.
Die Diapontischen Inseln sind durch regelmäßige Fährverbindungen mit der Hauptstadt Korfus, Kerkyra, verbunden. Besonders während der Sommermonate verkehren Boote von verschiedenen Häfen Korfus zu den Inseln und ermöglichen Tagesausflüge sowie längere Aufenthalte. Die touristische Infrastruktur ist bewusst einfach gehalten, was den Charme der Inseln ausmacht. Auf Erikoussa gibt es beispielsweise ein 2-Sterne-Hotel, während auf den anderen Inseln private Unterkünfte und Tavernen die Gäste willkommen heißen.
Die Abgeschiedenheit und Ursprünglichkeit der Diapontischen Inseln machen sie zu einem idealen Ziel für Individualreisende, die abseits des Massentourismus Ruhe und Entspannung suchen. Segler schätzen die windreichen Gewässer rund um die Inseln, die anspruchsvolle und zugleich reizvolle Bedingungen bieten. Die kleinen Häfen dienen als sichere Ankerplätze und ermöglichen den direkten Kontakt mit den Einheimischen, die ihre Traditionen und Lebensweisen gerne teilen. (jk)
