Der Oktopus, oft auch „Achtfuß“ genannt, ist eines der faszinierendsten Lebewesen unserer Meere. Mit über hundert Arten innerhalb der Gattung Octopus zählt er zu den größten Vertretern der echten Kraken und beeindruckt durch seine außergewöhnliche Intelligenz, sein Anpassungsvermögen und seine Vielfalt. Doch nicht nur in der Unterwasserwelt sorgt er für Aufsehen – auch in der mediterranen Küche Griechenlands hat der Oktopus einen festen Platz.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Der Oktopus ist durch seine acht Arme, die mit zwei Reihen Saugnäpfen versehen sind, leicht zu erkennen. Diese Arme machen das Tier nicht nur zu einem fähigen Jäger, sondern verleihen ihm auch enorme Beweglichkeit. Ein besonderes Merkmal bei den Männchen ist der sogenannte Hectocotylus, ein speziell angepasster dritter Arm, der zur Fortpflanzung dient. Obwohl die Größe der verschiedenen Arten variiert – von der winzigen Art Octopus wolfi mit gerade einmal 30 Millimetern bis hin zu größeren Vertretern, die über einen Meter lang werden – teilen sie alle diese grundlegenden Eigenschaften.
Die Fähigkeit des Oktopus, seine Farbe und Textur anzupassen, ist eine beeindruckende Verteidigungsstrategie. Dank spezieller Hautzellen kann er sich blitzschnell tarnen, um Feinde zu entkommen oder sich an seine Umgebung anzupassen. Hinzu kommt seine Intelligenz: Oktopusse sind bekannt für ihre Problemlösungsfähigkeiten, ihre Neugier und die Fähigkeit, Werkzeuge zu nutzen.

Innerhalb der Gattung Octopus gibt es eine enorme Artenvielfalt. Zu den bekanntesten Vertretern zählen der Gemeine Krake ( Octopus vulgaris ) und der Blaugeringelte Krake ( Hapalochlaena ), der für sein starkes Nervengift bekannt ist. Viele der Oktopus-Arten sind jedoch noch nicht vollständig wissenschaftlich beschrieben. Dies liegt an ihrer weiten Verbreitung und den unterschiedlichen Lebensräumen, die sie besiedeln.
Oktopusse sind wahre Weltreisende der Meere. Sie sind in allen Ozeanen der Erde zu finden, von den warmen Gewässern bis hin zu kühleren Regionen. Besonders häufig trifft man sie in Korallen- und Felsenriffen, Seegraswiesen oder auf sandigen Meeresböden an. Obwohl sie in verschiedenen Tiefen vorkommen, bevorzugen viele Arten die Nähe zum Meeresboden, wo sie als Grundbewohner (benthisch) jagen und leben. Dank ihrer Fähigkeit, sich an unterschiedliche Umgebungen anzupassen, haben sich Oktopusse in einer Vielzahl von Lebensräumen etabliert, was zu ihrer globalen Verbreitung beigetragen hat.
Der Oktopus hat auch in der kulinarischen Welt seinen festen Platz. In vielen Mittelmeerländern, natürlich auch in Griechenland, ist der Oktopus eine Delikatesse. Traditionell wird er dort auf verschiedene Arten zubereitet: gegrillt, gekocht oder getrocknet und anschließend über Holzkohle gegart. Ein klassisches griechisches Gericht ist der gegrillte Oktopus, der oft mit Zitronensaft, Olivenöl und Oregano serviert wird.
Auch als Vorspeise, in Essig eingelegt oder als Zutat von Meeresfrüchtesalaten, wird der Oktopus geschätzt. Die Griechen wissen um die Kunst der richtigen Zubereitung, bei der der Oktopus zart und nicht zäh wird – ein oft erwähnter Trick ist das Schlagen des Tieres auf Felsen nach dem Fang, um die Muskeln zu lockern.
Neben dem mediterranen Raum ist der Oktopus auch in anderen Teilen der Welt ein beliebtes Nahrungsmittel, wie zum Beispiel in Japan, wo er als „Tako“ in Sushi oder Takoyaki (Oktopusbällchen) verwendet wird. (pv)





