Athos: Der Heilige Berg der Mönche

Der Berg Athos, auch bekannt als Heiliger Berg, erhebt sich majestätisch auf der östlichsten Halbinsel von Chalkidiki in Nordgriechenland. Mit einer Höhe von 2.033 Metern ist er nicht nur ein markantes geologisches Merkmal, sondern auch ein spirituelles Zentrum.
Von HB-Redakteur Dietmar Thelen

Reisen – Die Halbinsel Athos erstreckt sich über etwa 335 Quadratkilometer und ist von dichtem Wald und zerklüfteten Felsformationen geprägt. Die Küste ist von zahlreichen Buchten und kleinen Stränden gesäumt, die einen schroffen Kontrast zu den steilen Hängen des Berges bilden.

Die Entstehung des Berges Athos geht auf die tektonischen Aktivitäten der Region zurück, die vor Millionen von Jahren zur Hebung des Meeresbodens führten. Geologisch besteht der Berg hauptsächlich aus Granit und Gneis, was ihm seine robuste Struktur verleiht.

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Historisch gesehen reicht die Besiedlung des Athos-Gebietes bis in die Antike zurück. Im 9. Jahrhundert nach Christus begann die christliche Besiedlung des Berges mit der Gründung der ersten Klöster. Die autonome Mönchsrepublik Athos, wie wir sie heute kennen, entwickelte sich im 10. Jahrhundert, als Kaiser Johannes Tzimiskes das Gebiet offiziell den Mönchen übertrug. Seitdem hat sich der Berg Athos zu einem bedeutenden Zentrum des orthodoxen Mönchtums entwickelt.

Heute ist der Berg Athos eine autonome Mönchsrepublik innerhalb Griechenlands, die aus 20 Klöstern und zahlreichen kleineren Skiten und Eremitagen besteht. Der Zutritt zum Heiligen Berg ist streng reglementiert; nur männliche Pilger und Besucher erhalten eine spezielle Erlaubnis, um die Klöster zu betreten. Frauen ist der Zutritt seit Jahrhunderten untersagt, um die Reinheit des Ortes zu bewahren. Die Verwaltung der Mönchsrepublik erfolgt durch das „Heilige Kinot“, ein Gremium, das aus Vertretern der Klöster besteht und in Karyes, dem Verwaltungszentrum, tagt.

Die Mönche leben nach den strengen Regeln des orthodoxen Glaubens und widmen sich Gebet, Meditation und körperlicher Arbeit. Moderne Technologien sind weitgehend verbannt, und das Leben folgt einem rhythmischen Zyklus, der durch Gebetszeiten und klösterliche Rituale bestimmt wird.

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Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Athos zählen die historischen Klöster, die oft auf beeindruckenden Felsvorsprüngen erbaut sind. Einige der bedeutendsten Klöster sind:

  • Kloster Megisti Lavra: Das älteste und größte Kloster auf Athos, gegründet 963 n. Chr. von Athanasios dem Athoniten.
  • Kloster Vatopedi: Bekannt für seine prächtigen Ikonen und wertvollen Manuskripte, die in einer der bedeutendsten Bibliotheken der orthodoxen Welt aufbewahrt werden.
  • Kloster Iviron: Berühmt für das wundertätige Iviron-Ikone der Gottesmutter.

Diese Klöster beherbergen unschätzbare Kunstwerke, Handschriften und Reliquien, die ein Zeugnis der reichen Geschichte und des spirituellen Erbes des Athos ablegen.

Der Berg Athos ist auch tief in der griechischen Mythologie verwurzelt. Einer Legende nach soll der Riese Athos, ein Feind der Götter, einen gewaltigen Felsen auf Poseidon geschleudert haben, der dann ins Meer fiel und die Halbinsel Athos bildete. Eine andere Erzählung besagt, dass die Jungfrau Maria auf ihrer Reise nach Zypern von einem Sturm gezwungen wurde, auf Athos zu landen. Sie segnete die Halbinsel und erklärte sie zu ihrem persönlichen Garten, was den Grundstein für die spätere christliche Bedeutung legte. (dt)

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