Zwischen Pergament und Parthenon – Griechenland feiert den Welttag des Buches und des Urheberrechts

Im Schatten antiker Säulen und auf den Spuren großer Denker wie Homer, Platon und Aristoteles begeht Griechenland am heutigen 23. April gemeinsam mit der Weltgemeinschaft den Welttag des Buches und des Urheberrechts.
Von HB-Redakteurin Maria Vlachou

Aktuell – Die UNESCO hatte diesen Gedenktag 1995 ins Leben gerufen, um die Bedeutung des Buches als kulturelles Gut zu würdigen und das Bewusstsein für geistiges Eigentum zu schärfen – Themen, die in der Wiege Europas besonders tief verwurzelt sind.

Griechenland, ein Land, das wie kaum ein anderes mit dem geschriebenen Wort verbunden ist, nutzt diesen Tag, um sowohl an seine literarische Vergangenheit zu erinnern als auch den Blick in die digitale Zukunft des Publizierens zu richten. Von Lesungen klassischer Dichtung in antiken Theatern bis hin zu Veranstaltungen in modernen Bibliotheken stehen heute im ganzen Land Bücher und ihre Schöpfer im Mittelpunkt.

Schon in der Antike war Griechenland ein Zentrum der Wissensproduktion. Die Bibliothek von Alexandria – auch wenn sie geografisch in Ägypten lag – war tief durchdrungen von griechischer Sprache und Philosophie. Der Welttag des Buches ist für viele Hellenen Anlass, die ungebrochene Relevanz ihrer klassischen Werke zu feiern, sei es in Form von Neuübersetzungen, Theateradaptionen oder kreativen Schulprojekten.

Doch nicht nur das Buch, sondern auch das Urheberrecht steht im Fokus dieses Tages. In Zeiten digitaler Distribution und Künstlicher Intelligenz gewinnen Fragen nach dem Schutz geistigen Eigentums zunehmend an Dringlichkeit – auch in Griechenland. Auch international wird der Tag genutzt um auf das gemeinsame literarische Erbe Europas hinzuweisen.

Am heutigen 23. April steht Griechenland – ganz im Sinne der UNESCO-Resolution – als Symbol für die unsterbliche Kraft des Wortes. In einem Land, das einst die Grundlagen westlicher Literatur und Philosophie legte, wird deutlich, wie sehr das Buch nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit ist, sondern ein Werkzeug für Bildung, Freiheit und kulturelle Verständigung in der Gegenwart.

Der Welttag des Buches ist mehr als nur ein symbolischer Akt – er ist ein Appell, das geschriebene Wort zu achten, seine Schöpfer:innen zu schützen und den Zugang zu Literatur für alle Menschen zu ermöglichen. In Griechenland klingt dieser Appell heute besonders kraftvoll. (mv)

Foto: Jo Re/Pixabay