Kameni Chora – Das versteinerte Erbe der Vulkane auf Methana

Versteckt in der wilden, unberührten Natur der Halbinsel Methana liegt das kleine Dorf Kameni Chora – ein Ort, der eine Geschichte erzählt, die Jahrtausende zurückreicht.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Geschichte/Reisen – Der Name des Dorfes, der sich mit „verbranntes Land“ übersetzen lässt, gibt bereits einen Hinweis auf die bewegte Vergangenheit der Region. Geprägt von vulkanischer Aktivität, steht Kameni Chora als ein beeindruckendes Zeugnis für die geologischen Kräfte, die Griechenlands Landschaft geformt haben. Heute ist es ein stiller, fast mystischer Ort, der Reisende mit seiner einzigartigen Atmosphäre verzaubert.

Methana, eine Landzunge, die weit in den Saronischen Golf hineinragt, ist von vulkanischem Ursprung. Die Halbinsel zählt zu den weniger bekannten vulkanischen Regionen Griechenlands, birgt jedoch eine faszinierende Geschichte, die tief in die Antike zurückreicht. Besonders Kameni Chora steht sinnbildlich für diese Vergangenheit, da sich hier die Spuren eines gewaltigen Ausbruchs im 3. Jahrhundert v. Chr. noch immer im Landschaftsbild abzeichnen. Damals brach der nahegelegene Vulkan Kameno Vouno aus und hinterließ eine skurrile, fast außerirdisch anmutende Felslandschaft aus erkalteter Lava.

Das Dorf selbst, das mit seinen traditionellen Steinhäusern und verwinkelten Gassen ein authentisches Bild des ländlichen Griechenlands vermittelt, liegt in unmittelbarer Nähe des Vulkandoms Malia Vgethi, der mit 626 Metern die höchste Erhebung der Halbinsel ist. Die karge, schroffe Umgebung, geformt durch erkaltete Lava und dunkles Gestein, verleiht dem Ort eine fast archaische Anmutung. Besucher, die sich auf den Weg nach Kameni Chora machen, werden mit einer beeindruckenden Naturkulisse belohnt: bizarre Felsformationen, erstarrte Lavaflüsse und eine karge Vegetation, die sich langsam ihren Weg durch das steinerne Erbe bahnt.

Doch Kameni Chora ist nicht nur geologisch von Bedeutung. Archäologische Funde aus der Umgebung deuten darauf hin, dass die Region bereits in der Antike besiedelt war. Historische Berichte sprechen davon, dass bereits die alten Griechen die vulkanische Aktivität der Gegend registrierten und dokumentierten. So galt Methana in der Antike als eine der „Feuerspucken“ des Landes, ähnlich wie die Vulkane auf Santorin oder Nisyros. Heute erinnern die heißen Quellen, die an einigen Stellen noch immer aus dem Erdinneren entspringen, an die fortwährende Aktivität unter der Oberfläche.

Abseits der geologischen Faszination bietet Kameni Chora auch einen Rückzugsort für jene, die dem Massentourismus entfliehen und ein Stück authentisches Griechenland erleben möchten. Wanderer und Naturfreunde schätzen die abgeschiedene Lage des Ortes sowie die zahlreichen Wanderwege, die durch vulkanische Landschaften, Olivenhaine und dichte Pinienwälder führen. Einer der spektakulärsten Wege führt direkt zum Gipfel des Malia Vgethi und bietet eine atemberaubende Aussicht auf den Saronischen Golf sowie die umliegenden Inseln. (jk)

Foto: mgklivisi, wikimapia.org, CC BY-SA 3.0

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