In den Wirren des 2. Jahrhunderts, als das Christentum noch in den Schatten der Verfolgung lebte, erstrahlte eine Seele in besonderem Glanz: Der Heilige Eleftherios, dessen Name auf Griechisch „der Freie“ bedeutet, wurde zur Verkörperung von Glaubensstärke und Nächstenliebe. Am 15. Dezember ehrt die Kirche sein Andenken, doch seine Geschichte bleibt zeitlos inspirierend.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos
Gedenktag: 15. Dezember
Götter & Gelehrte – Geboren in Griechenland – nach manchen Quellen auch in Rom – wurde Eleftherios früh mit den Lehren Christi vertraut gemacht. Seine Mutter Anthia, eine fromme Frau, hörte die Predigten der Jünger des Apostels Paulus und führte ihren Sohn in den Glauben ein. Bereits als Jugendlicher beeindruckte er den römischen Bischof Aniketos durch seine Intelligenz und Moral, sodass er mit nur 15 Jahren zum Diakon und drei Jahre später zum Priester geweiht wurde.
Mit nur 20 Jahren wurde Eleftherios zum Bischof von Illyricum ernannt, der heutigen Region Albaniens mit Sitz in Vlora. Dort entfaltete er eine beispiellose missionarische Tätigkeit. Seine Worte waren sanft, doch voller Kraft; seine Wunder ließen selbst Zweifler erschauern. So wurde sein Name weit über die Grenzen hinaus bekannt – bis nach Britannien. Der dortige König Lucius bat ihn um Hilfe bei der Christianisierung seines Volkes, woraufhin Eleftherios zwei erfahrene Glaubensbrüder entsandte.
Doch der Wind der Zeit wehte dem jungen Bischof entgegen. Unter Kaiser Septimius Severus verschärfte sich die Christenverfolgung, und Eleftherios wurde verhaftet. Trotz grausamer Folter blieb sein Glaube unerschütterlich. Legenden berichten, dass wilde Tiere, die in der Arena auf ihn losgelassen wurden, ihn nicht anrührten. Letztlich wurde er durch Enthauptung zum Märtyrer, und seine Mutter, die treue Anthia, teilte sein Schicksal.
Bis heute wird Eleftherios als besonderer Schutzpatron werdender Mütter verehrt. Sein Name steht für Freiheit – nicht nur im wörtlichen Sinne, sondern auch für die Freiheit des Glaubens und des Geistes. Viele Gläubige beten um seine Fürsprache, insbesondere Frauen, die eine gute Geburt erhoffen. (jk)





