Irene Chrysovalantou: Die Braut des Himmels – Ein Leben der Askese und Wunder

Am 28. Juli gedenkt die griechisch-orthodoxe Kirche einer ihrer größten Heiligen: Irene Chrysovalantou. Ihr Leben erzählt eine Geschichte von tiefem Glauben, asketischer Hingabe und wunderbaren Begebenheiten, die bis heute Gläubige auf der ganzen Welt inspirieren.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Gedenktag: 28. Juli – Namenstag von Chrysovalantou, Chrysovalantis, Irini und Timon

Götter & Gelehrte – Irene wurde um das Jahr 825 in Kappadokien geboren, als Tochter einer wohlhabenden Adelsfamilie, deren Einfluss weit über die Grenzen der Region hinausreichte. Ihre Schönheit, Intelligenz und edle Herkunft machen sie zu einer begehrten Party, und schon früh wurde sie als Braut des späteren Kaisers Michael III. ausersehen. Doch auf dem Weg nach Konstantinopel, wo sie am kaiserlichen Hof erwartet wurde, sollte sich ihr Schicksal auf unerwartete Weise wenden.

In den Hügeln des byzantinischen Reiches begegnete Irene dem berühmten Asketen Joannikios dem Großen. Dieses Treffen veränderte alles. Seine Worte und seine leuchtende Weisheit zeigt Irene die Vergänglichkeit der weltlichen Pracht und erweckten in ihr den Wunsch, ihr Leben allein Gott zu widmen.

Anstatt sich auf den prunkvollen Thron zu setzen, entschied sich Irene für einen anderen Weg. Nach ihrer Ankunft in Konstantinopel begab sie sich zum Kloster Chrysovalantou, einer Stätte der Stille und des Gebets. Sie verzichtete auf ihre weltlichen Besitztümer und trat als demütige Novizin ein. Ihr radikaler Bruch mit dem weltlichen Leben und ihre Hingabe an die Askese beeindruckten ihre Mitmenschen zutiefst.

Unter der Anleitung des Patriarchen Methodios wurde Irene schließlich zur Äbtissin des Klosters ernannt. In dieser Rolle zeigten sie außergewöhnliche Führungsqualitäten, vereinte Milde und Stärke und machten Chrysovalantou zu einem Zentrum des geistlichen Lebens.

Irene Chrysovalantou wurde für ihre tiefe Gebetspraxis und ihre außergewöhnlichen spirituellen Gaben bekannt. Die Überlieferung berichtet von zahlreichen Wundern, die ihr zugeschrieben werden. Besonders beeindruckend ist die Geschichte, wie sie durch ihre Gebete einen Apfelbaum segnete, der fortan außergewöhnlich schöne und süße Früchte trug. Bis heute gelten die „Äpfel der hl. Irene“ als Symbol für göttlichen Segen und Heilung.

Auch wird erzählt, dass Irene Visionen empfing, in denen sie Engel sah, die sie lehrten und ihr Trost spendeten. Ihr Leben in tiefer Verbundenheit mit Gott machte sie zu einer Quelle der Hoffnung für die Menschen, die in Zeiten der Not und Krankheit zu ihr kamen.

Nach einem langen Leben voller Hingabe und Dienst an der Gemeinschaft entschlief Irene im Jahr 928 im Alter von 103 Jahren. Die griechisch-orthodoxe Kirche ehrt sie seither als große Heilige und Wundertäterin. Die Kirche erinnert an Irene nicht nur durch die Geschichten ihres Lebens, sondern auch durch Gebete und Hymnen, die ihre Reinheit und ihre Nähe zu Christus preisen.

Troparion (5. Ton): Nicht ein zeitliches Reich auf Erden hast du erhalten, sondern Christus, dein anmutigster Bräutigam, gewährte dir himmlische Kronen; denn du hast dich selbst mit deiner ganzen Seele Ihm hingegeben, o Irene, unsere gerechte Mutter, du Ruhm von Chrysovalantou und unsere mächtige Hilfe.

Kondakion (3. Ton): Du hast die ganze Welt mit ihrer unbeständigen Herrlichkeit hinter dich gelassen und warst unsterblich und heilig Christus, dem König vermählt, indem du Ihm als kostbares Mitgift deine Jungfräulichkeit geschenkt und deine Schätze durch Enthaltsamkeit gegenüber Dämonen gewonnen hast. O Irene, unsere gerechte Mutter, bitte deinen Bräutigam, uns seine Barmherzigkeit zu zeigen.

Der 28. Juli ist ein Tag des Gebets und der Besinnung. Viele Gläubige wenden sich an diesen Tag mit ihren Sorgen und Hoffnungen an die hl. Irene, deren Fürsprache sie als Quelle des Trostes und der Heilung erfahren haben. Ihre Geschichte erinnert uns daran, dass wahre Größe nicht in weltlichem Glanz, sondern in der Nähe zu Gott liegt. (jk)

Foto: Hellas-Bote