Megara – Antikes Erbe an der Schwelle zu Athen und Korinth

Im Herzen des antiken Griechenlands, zwischen Athen und Korinth, liegt Megara – eine Stadt, deren historische Tiefe und kulturelle Bedeutung weit über ihre heutige Bekanntheit hinausgeht. Die kleine Stadt in Westattika war in der Antike ein Zentrum von Handel, Philosophie und militärischer Strategie – heute ist sie ein faszinierendes Ziel für Reisende auf den Spuren der Geschichte.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Reisen – Schon in mykenischer Zeit war Megara ein befestigter Ort zwischen den beiden natürlichen Häfen Nisaea am Saronischen Golf und Pagae am Golf von Korinth. Hier, wo einst der legendäre König Nisos herrschte und mythische Gestalten wie Byzas – der Gründer von Byzanz – ihren Ursprung nahmen, offenbart sich die Seele eines Griechenlands, das von Seehandel, Kolonisation und politischem Wandel geprägt war.

Foto: O.Mustafin, CC0, wikimedia.org

Archäologisch ist Megara heute zwar von modernen Bauten überdeckt, doch verstreute Funde wie Teile zyklopischer Mauern, die Überreste mykenischer Megarons oder die Statue der Nike von Megara, entdeckt im Jahr 1820, lassen erahnen, welche Bedeutung der Ort in der Vergangenheit hatte. Die Küstenebene Megaris und die alten Akropolen Karia und Alkathos erzählen von einem Reich, das schon früh eigenständig handelte, sich aber in wechselnden Allianzen und politischen Umbrüchen wiederfand.

Im 7. Jahrhundert v. Chr. trieb Megara die griechische Kolonisierung mit der Gründung von Chalcedon und Byzanz entscheidend voran – ein Beweis für seine maritime Stärke und strategische Weitsicht. Auch die enge Zusammenarbeit mit Milet, einem weiteren Handelsgiganten, spiegelt den Pioniergeist der Megarer wider.

Neben der Politik war auch die Philosophie Teil der megarischen Identität. Euklid von Megara gründete hier eine Schule, die für ihre logische Strenge berühmt wurde. Und obwohl Megara in späteren Jahrhunderten von makedonischer, römischer und später byzantinischer Vorherrschaft geprägt war, bewahrte es sich stets seinen besonderen Charakter – nicht zuletzt durch seine demokratischen Experimente, wie sie etwa im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr. dokumentiert sind.

Ein Aufenthalt in Megara bietet nicht nur eine Reise durch die Zeit, sondern auch eine authentische Begegnung mit griechischer Lebensart abseits der bekannten Touristenrouten. Die landschaftlich reizvolle Lage nahe dem Golf von Megara, die Nähe zu Salamis und die kurzen Wege nach Athen und Korinth machen die Stadt zum perfekten Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen. (jk)

Foto: O.Mustafin, CC0, wikimedia.org