Mit seinen leuchtenden Augenflecken und seiner anmutigen Flugweise gehört das Waldbrettspiel zu den beeindruckenden Tagfaltern Europas. Doch dieser Schmetterling ist mehr als nur ein schöner Anblick – er erzählt die Geschichte der Wälder, in denen er lebt.
Von HB-Redakteur Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Insbesondere in Griechenland, wo seine südliche Unterart Pararge aegeria aegeria heimisch ist, entfaltet sich sein Leben in warmen Laubmischwäldern und lichtdurchfluteten Auwäldern. Der Name des Waldbrettspiels geht auf die römische Quellnymphe Egeria zurück, was schon andeutet, dass dieser Schmetterling eine enge Verbindung zur Natur und versteckten ihren Geheimnissen hat.
Das Waldbrettspiel (Pararge aegeria), das mit einer Flügelspannweite von 32 bis 45 Millimetern die Herzen von Naturliebhabern als auch von Entomologen höherschlagen lässt, zeigt eine beeindruckende Musterung auf seinen braunen bis dunkelbraunen Flügeln. Seine markanten, gelb umrandeten Augenflecken – die auf den Vorderflügeln besonders gut sichtbar sind – wirken wie winzige Wächter, die das Insekt vor Feinden schützen. Während die Weibchen durch kräftigere Zeichnungen auffallen, glänzen die Männchen durch ihr territoriales Verhalten und ihre wachsame Flugweise.

Neben den heimischen Varianten gibt es ähnliche Arten wie das Braunauge oder den Mauerfuchs, die ebenfalls in Griechenland beheimatet sind. Doch das Waldbrettspiel, insbesondere in seiner südlichen Ausprägung, bleibt aufgrund seiner Farbenpracht und Verhaltensweisen einzigartig.
In den weiten Wäldern Griechenlands, die oft als Wiege europäischer Mythen und Legenden betrachtet werden, ist das Waldbrettspiel ein häufig anzutreffender Bewohner. Vor allem in der südlichen Variante Pararge aegeria aegeria, die in Spanien bis Griechenland vorkommt, besiedelt es die lichtdurchfluteten Laubwälder des Landes. Auwälder, Laubmischwälder und sogar Trockenwälder bieten dem Schmetterling eine ideale Heimat. Besonders in tiefer gelegenen Gebieten bis etwa 1.200 Meter Höhe findet sich das Waldbrettspiel.
Das Vorhandensein von Waldlichtungen und sonnenbeschienenen Flächen ist für diese Schmetterlingsart essenziell. Nur in solchen offenen Waldstellen kann er seine ganze Schönheit und sein Verhalten entfalten. Griechenland, mit seinen warmen und sonnenverwöhnten Landschaften, bietet dem Waldbrettspiel ideale Bedingungen, um sich zu entwickeln und seine Generationenfolge zu sichern.
Männliche Waldbrettspiele sind nicht nur aufgrund ihrer Ästhetik faszinierend. Ihr stark ausgeprägtes Revierverhalten gibt ihnen einen besonderen Platz unter den Tagfaltern. Sie suchen erhöhte Positionen in ihrem Territorium auf, von denen aus sie vorbeifliegende Rivalen beobachten und vertreiben. Diese Verhaltensweise ist im Spätsommer in den Wäldern Griechenlands besonders gut zu beobachten, wenn die Sonnenstrahlen die Laubkronen durchbrechen und die Männchen in der Luft patrouillieren.
Ihre Nahrung finden Waldbrettspiele weniger an Blüten, sondern vorzugsweise Baumsäfte, reifes Obst oder gelegentlich Pfützen, um Flüssigkeit aufzunehmen. Dadurch sind sie oft in der Nähe von Eichen oder anderen Laubbäumen anzutreffen, wo sie von den säuerlichen Säften angezogen werden.
Das Waldbrettspiel läuft in Griechenland in zwei Hauptflugzeiten ab, die je nach klimatischen Bedingungen variieren. Von Mitte April bis Anfang Juni zeigt sich die erste Generation der Falter, gefolgt von einer zweiten Generation im Hochsommer bis in den September hinein. Die Raupenzeit erstreckt sich von September bis zum Frühjahr des Folgejahres, wobei die Raupen sich in den kühlen Wintermonaten verpuppen oder als Puppe überwintern.
Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an den Halmen verschiedener Gräser ab, darunter Arten wie Wald-Segge oder Wolliges Honiggras. Nach etwa zehn Tagen schlüpfen die Raupen, die in den ersten Wochen noch tagaktiv sind, bevor sie sich später auf nächtliche Fresszeiten umstellen. (pv)





