Das mystische Gebirge an der Grenze: Orvilos und seine verborgenen Schätze

An der Grenze zwischen Griechenland und Bulgarien erhebt sich majestätisch der Orvilos, wie das Slawjanka-Gebirge in Griechenland genannt wird. Dieses beeindruckende Massiv, dessen höchster Gipfel, der Gotsev Vrah, eine Höhe von 2.212 Metern erreicht, erstreckt sich südlich des Pirin-Gebirges und verbindet sich mit diesem durch den Parilska-Sattel.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Reisen – Der Orvilos zeichnet sich durch seine markante Karstlandschaft aus, die mindestens 30 Höhlen beherbergt. Das Klima ist stark mediterran geprägt, mit den höchsten Niederschlägen im Herbst und Winter. Die Durchschnittstemperaturen liegen in den tieferen Lagen bei 14 °C und in den Gipfelregionen bei 6 °C, was höher ist als in vergleichbaren Gebirgen der Region.

Die Flora des Gebirges ist bemerkenswert vielfältig: Über 1.700 Gefäßpflanzenarten wurden hier identifiziert, darunter 20 endemische Arten. In den tieferen Regionen dominieren Schwarzkiefern, während oberhalb von 1.800 Metern die Schlangenhaut-Kiefer gedeiht, die hier ihr größtes Vorkommen auf dem Balkan hat.

Die Fauna des Orvilos ist ebenso beeindruckend. Neben typischen Balkanbewohnern wie Rothirsch, Wildschwein, Hase, Fuchs und Dachs finden sich auch mediterrane Arten wie der Schakal, die Europäische Katzennatter sowie verschiedene Schildkröten- und Eidechsenarten. Zudem wurden 44 Schneckenarten gezählt. Der griechische Teil des Gebirges ist als Natura-2000-Schutzgebiet ausgewiesen und trägt den Namen „Koryfes Orous Orvilos“ (Κορυφές όρους Όρβηλος). Diese Auszeichnung unterstreicht die ökologische Bedeutung des Gebiets und betont die Notwendigkeit seines Schutzes.

Im Sommer 2024 wurde der Orvilos von verheerenden Waldbränden heimgesucht, die sowohl die griechische als auch die bulgarische Seite betrafen. Die Löscharbeiten gestalteten sich aufgrund des schwierigen Terrains und der intensiven Flammen als äußerst herausfordernd. Neben Hunderten von Feuerwehrleuten kamen auch internationale Löschflugzeuge zum Einsatz, um die Brände unter Kontrolle zu bringen. ​(jk)

Foto: Von Deyan Vasilev ( Dido3 ), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=141955768

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