Schutz vor Menschenhandel: Aufklärungsplakate am Flughafen Volos informieren über Hilfeangebote

Ankommende und abreisende Passagiere am Flughafen von Volos stoßen derzeit auf auffällige Plakate mit der Aufschrift „EXIT“ – Ausweg aus dem Menschenhandel. In mehreren Sprachen, darunter Englisch und Griechisch, informieren die Aushänge über Anzeichen von Ausbeutung, geben konkrete Hilfehinweise und ermutigen Betroffene, sich zu melden.
Von HB-Redakteur Jorgos Kontos

Aktuell – Die Plakate richten sich an Opfer von Menschenhandel, sexueller Ausbeutung und Zwangsarbeit. Sie enthalten wichtige Telefonnummern und E-Mail-Adressen von Organisationen wie A21, dem Generalsekretariat für Gleichstellung sowie dem Nationalen Zentrum für Soziale Solidarität. Zudem werden auch Telefonnummern der Polizei angegeben.

Ein besonders betroffener Bereich sei laut Experten die Landwirtschaft, das Gastgewerbe sowie die Sexindustrie. Die Kampagne betont, dass Opfer nicht schuldig sind, dass sie Rechte haben – und dass sie sich ohne Angst vor Bestrafung Hilfe holen dürfen. Auch Schuldenerpressung wird ausdrücklich als illegitim erklärt.

Mit eindringlichen Fragen wie „Wurden Sie gezwungen ohne Lohn zu arbeiten?“ oder „Haben Sie Angst, aber können nicht gehen?“ sprechen die Plakate besonders Menschen in prekären Lebenslagen an. Ziel ist es, betroffene Personen direkt zu erreichen, noch bevor sie möglicherweise weitertransportiert oder stärker unter Kontrolle der Täter geraten.

Diese Aufklärungskampagne ist Teil einer EU-weiten Initiative, unterstützt durch den Europäischen Fonds für innere Sicherheit und richtet sich sowohl an Einheimische als auch an ausländische Reisende – in über 200 Sprachen ist Hilfe verfügbar. Menschenhandel ist kein fernes Problem. Er geschieht mitten in Europa. Die Plakate in Volos sind ein wichtiger Schritt, um das Schweigen zu brechen – und Leben zu retten. (jk)

Foto: Hellas-Bote

  • Wurden Sie gezwungen zu arbeiten – ohne oder mit sehr niedrigem Lohn?
  • Müssen Sie sexuelle Dienstleistungen erbringen, ohne selbst Ihre Kunden auswählen oder Ihr Geld behalten zu können? Haben Sie Angst, aber können nicht gehen?
  • Wurden Sie gezwungen, Dinge zu tun, die Sie nicht wollen, und haben Angst, dass die Polizei Sie verhaftet?
  • Hat Ihnen jemand einen Job (auf einem Bauernhof, in einer Fabrik, in einem Haus oder im Sexgewerbe) angeboten, den Sie angenommen haben – und jetzt müssen Sie unter schlechten Bedingungen etwas völlig anderes machen?
  • Werden Sie gezwungen, etwas zu tun, weil Sie jemand angeblich Geld zurückzahlen müssen?

Es ist nicht Ihre Schuld:
Menschenhändler lassen ihre Opfer glauben, sie hätten zugestimmt und müssten tun, was ihnen gesagt wird.

Sie haben der Ausbeutung nie wirklich zugestimmt:
Niemand darf Ihnen sagen, dass Sie keine Wahl haben. Auch wenn Sie gezwungen wurden zuzustimmen – das ist rechtlich ungültig. Oft heißt es, Sie müssten Schulden abarbeiten. Das stimmt nicht.

Die Täter sind nicht allmächtig:
Es gibt Organisationen und Hilfsangebote, die Sie schützen. Wenn Sie die Polizei informieren, gibt es rechtliche Schutzmaßnahmen.

Menschenhandel ist ein schweres Verbrechen. Dabei wird eine Person durch Zwang oder Täuschung ausgebeutet, z. B. zur Prostitution, Bettelei, zum Drogenverkauf, Diebstahl oder zu gefährlicher Arbeit.
Wenn jemand Sie zwingt oder bedroht, können Sie Hilfe und Schutz erhalten.

Gesetzlicher Schutz:

  • Opfer von Menschenhandel haben Rechte und können geschützt werden.
  • Sie werden nicht bestraft für illegale Handlungen, zu denen Sie gezwungen wurden.
  • Fachleute können Sie beraten, z. B. zu sicherem Unterschlupf oder rechtlicher Unterstützung.

Nehmen Sie noch heute Kontakt auf – mit einem Fachmann oder einer Organisation, die Sie kennen, auch wenn Sie nur vermuten, dass Ihnen so etwas passiert (oder passieren wird).

Oder rufen Sie an:

1109 – Hotline für Menschenhandel
A21 – Griechisch, Englisch und Tele-Dolmetschdienst in über 200 Sprachen – 24h
E-Mail: info@1109.gr

15900 – SOS-Hotline bei Gewalt gegen Frauen
Generalsekretariat für Demographie, Familienpolitik und Gleichstellung – 24h
E-Mail: sos15900@isotita.gr

197 – Sozialer Notrufdienst
Nationales Zentrum für Soziale Solidarität – 24h
E-Mail: epikoinonia@ekka.org.gr

Oder rufen Sie die Polizei:

100 – Griechische Polizei – 24h

Foto: Hellas-Bote