Ein Abend voller Gesang, Glitzer und Gemeinschaft – Guildo Horn bringt Viersen zum Strahlen

Viersen. Wenn Musik Herzen verbindet, dann war die Sommerbühne am Hohen Busch am Freitagabend der lebendige Beweis dafür. In einem mitreißenden Konzert verwandelte Guildo Horn gemeinsam mit seiner Band „Die Orthopädischen Strümpfe“ den Waldrand in ein klingendes Fest der Nostalgie, Lebensfreude und Solidarität. Ein Abend, der nicht nur das Publikum, sondern auch die Stadt zum Leuchten brachte.
Von HB-Redakteurin Nadja Becker

Magazin – Pünktlich betrat der schillernde Showman die Bühne – in gewohnt extravaganter Garderobe, mit schelmischem Grinsen und einem Mikrofon voller Versprechen. Von der ersten Minute an war klar: Dies wird kein gewöhnlicher Konzertabend, sondern eine leidenschaftliche Einladung zum Mitsingen, Mitfühlen und Mitfeiern.

Die Veranstaltung war Teil der Reihe „WDR 4 singt mit Guildo“ – ein Format, das Musik nicht nur konsumieren, sondern aktiv gestalten lässt. In Viersen funktionierte das Rezept perfekt: Hunderte Besucher, Jung wie Alt, stimmten ein in die Hits vergangener Jahrzehnte – von Disco-Hymnen bis zu deutschen Partyklassikern. Eine überdimensionale Leinwand mit Songtexten sorgte dafür, dass selbst stimmlich Unsichere beherzt einstimmen konnten.

Foto: Hellas-Bote/Martin Häming

Mit Songs wie „Dancing Queen“, „Moskau“ oder „Ich war noch niemals in New York“ schuf Horn eine Atmosphäre zwischen Schlagerrevue und Wohnzimmerkonzert – immer nah am Publikum, immer mit einem Augenzwinkern. Doch bei aller Show war auch eine tiefe Ernsthaftigkeit spürbar: die Lust am gemeinsamen Moment, das Bedürfnis nach Leichtigkeit in einer oft schwerfälligen Zeit.

„Ich will, dass ihr heute singt, als gäb’s kein Morgen“, rief Horn – und Viersen ließ sich nicht lange bitten. Inmitten von Lichterketten, flatternden Paillettenschals und warmem Sommerwind wurde der Abend zu einem kollektiven Ausbruch aus dem Alltag.

Für viele Besucher war der Auftritt nicht nur musikalisch, sondern auch emotional ein Höhepunkt. „Es war, als hätten wir alle kurz denselben Takt im Herzen“, sagte eine Besucherin nach dem Konzert. Auf Social Media überschlugen sich Kommentare voller Dankbarkeit, Glück und Euphorie.

Dass ein Künstler wie Guildo Horn mehr kann als nur schrill sein, wurde an diesem Abend eindrucksvoll deutlich. Er dirigierte das Publikum mit Feingefühl, Humor und einer tiefen Liebe zur Musik – ohne Berührungsängste, ohne Distanz.

Und so bleibt am Ende mehr als nur die Erinnerung an einen lauen Sommerabend: Es bleibt das Gefühl, für ein paar Stunden in einer anderen, wärmeren Welt gewesen zu sein. Eine Welt, in der Musik verbindet, Menschen zusammenführt – und in der selbst die schrägste Note ihren Platz findet. Die Sommerbühne am Hohen Busch hat wieder einmal gezeigt, dass Kultur lebt – dort, wo sie Menschen erreicht. Und Viersen? Hat gesungen. Laut. Bunt. Und mit ganzem Herzen. (nb)

Foto: Hellas-Bote/Martin Häming