Die Ozeane unseres Planeten beherbergen eine beeindruckende Vielfalt an Lebewesen, die uns nicht selten staunen lassen. Eine dieser faszinierenden Kreaturen ist die Spiegeleiqualle, deren auffälliges Aussehen nicht nur unter Wasser für Aufmerksamkeit sorgt.
Von HB-Redakteurin Panos Ventouris
Natur & Umwelt – Mit ihrer charakteristischen Form, die an ein gebratenes Spiegelei erinnert, ist sie nicht nur für Forscher, sondern auch für Schnorchler und Taucher im Mittelmeer ein interessantes Phänomen. Trotz ihrer exotischen Erscheinung ist die Spiegelgleichheit harmlos für den Menschen und erfüllt eine wichtige ökologische Rolle in ihrem natürlichen Lebensraum.
Die Spiegeleiqualle gehört zur Klasse der Wurzelmundquallen (Rhizostomeae) und zeichnet sich durch ihr einzigartiges Aussehen aus. Ihr weißer Schirm, der einen Durchmesser von bis zu 35 Zentimetern erreichen kann, trägt in der Mitte eine auffällige gelbe Erhebung, die unweigerlich an den Punkt eines Spiegeleis erinnert. Diese Besonderheit verleiht der Qualle nicht nur ihren Namen, sondern macht sie zu einem Blickfang im offenen Meer.
Unterhalb des Schirms befinden sich acht zentrale Arme sowie zahlreiche kleinere Tentakel, die in violetten, knopfartigen Verdickungen enden. Diese Verdickungen dienen sowohl der Nahrungsaufnahme als auch der Verteidigung, wobei das Nesselgift der Spiegelequalle jedoch so schwach ist, dass es für den Menschen keinerlei Gefahr darstellt.
Während die Cotylorhiza tuberculata die bekannteste Art der Spiegeleiqualle ist, zeichnet sie sich durch ihre Interaktion mit anderen Meereslebewesen aus. Zahlreiche kleine Fische nutzen die Spiegelqualle als Schutzraum und begleiten sie auf ihren Wegen durch die Meere. Die Tentakel bieten diesen Fischen einen sicheren Unterschlupf vor Räubern und ermöglichen gleichzeitig ein symbiotisches Zusammenleben.
Vorkommen der Spiegelqualle – Eine Reise durch das Mittelmeer
Die Spiegeleiqualle ist hauptsächlich im Mittelmeer zu finden, wo sie im Hochsee lebt, meist knapp unter der Wasseroberfläche. Durch ihre Fähigkeit zur aktiven Fortbewegung ist sie weitgehend unabhängig von den Meeresströmungen und kann gezielt auf der Suche nach Nahrung umherschweben. Besonders häufig begegnet man dieser faszinierenden Qualle in den wärmeren Küstenregionen Griechenlands. Hier, in den klaren, ruhigen Gewässern, lässt sich Cotylorhiza tuberculata beobachten, wie sie gemächlich durch das Wasser schwebt.
Griechenland, mit seinen zahlreichen Inseln und Buchten, bietet ideale Lebensbedingungen für die Spiegeleiqualle. Vor allem in den Sommermonaten, wenn das Mittelmeer besonders warm ist, tummeln sich zahlreiche Exemplare in Küstennähe. Für Urlauber, die im Mittelmeer schwimmen oder schnorcheln, ist die Begegnung mit diesen Quallen ein Highlight – denn die harmlosen Tiere faszinieren durch ihre Eleganz und die begleitenden Fischschwärme.
Fortpflanzung – Ein faszinierender Kreislauf
Die Fortpflanzung der Spiegeleiqualle folgt einem bemerkenswerten Zyklus. Kurz vor ihrem Tod entlassen die weiblichen Quallen eine Vielzahl von Planulalarven ins Wasser. Diese sinken zu Boden, wo sie sich in Polypen verwandeln. Im Frühjahr schnüren die Polypen dann durch Knospung winziger Ephyralarven ab, die im Laufe ihres Wachstums zu den charakteristischen Medusen werden. So schließt sich der Lebenszyklus der Spiegelqualle ab und neue Generationen dieser faszinierenden Lebewesen entstehen. (pv)




