Χριστὸς ἀνέστη
Χριστὸς ἀνέστη ἐκ νεκρῶν
θανάτῳ θάνατον πατήσας
καὶ τοῖς ἐν τοῖς μνήμασι
ζωὴν χαρισάμενος.
Christus ist auferstanden
Christus ist auferstanden
von den Toten,
er hat den Tod mit dem Tod besiegt
und den in den Gräbern (Iliegenden) das Leben geschenkt.

In der orthodoxen Mitternachtsmesse, die Punkt Mitternacht beginnt, erhebt sich die versammelte Gemeinde, um gemeinsam eine feierliche Hymne zu singen. Dieses besondere Ritual lässt die Gläubigen Jahr für Jahr die Auferstehung Christi unmittelbar miterleben. Besonders in Griechenland ist diese Mitternachtsliturgie eines der bedeutendsten religiösen Ereignisse, zu dem noch immer ein Großteil der Bevölkerung zusammenkommt.
Nach der Messe beginnt das fröhliche Feiern: Man beglückwünscht sich überschwänglich und nimmt an einem traditionellen Wettstreit teil, bei dem rot gefärbte Ostereier an ihren Spitzen gegeneinandergeschlagen werden. Zerbricht das Ei eines Teilnehmers, scheidet er aus – wer am Ende ein unversehrtes Ei in den Händen hält, darf sich als Sieger fühlen.
Auch beim Segnen der Häuser spielt die Hymne eine zentrale Rolle. Bereits etwa 20 Minuten vor Mitternacht werden in der Kirche weiße Kerzen entzündet, deren Flammen vom Heiligen Licht aus der Grabeskirche in Jerusalem stammen. Jeder Besucher trägt eine solche Kerze. Nach dem Gottesdienst kehren die Familien heim und durchschreiten mit den brennenden Kerzen alle Räume, bekreuzigen diese und zeichnen kleine Kreuze aus Ruß an die Querbalken – ein alter Brauch, der Schutz und Segen symbolisieren soll.
In den folgenden 40 Tagen nach Ostern wird diese Hymne ein fester Bestandteil der Gottesdienste bleiben und die Freude über die Auferstehung weitertragen.




